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Toskanissimo

Reisebericht

Komm ein bisschen mit nach Italien
Caterina Valente


Wir wollen doch nicht auffallen!
Viele folgen Jahr für Jahr dem Ruf von Caterina Valente: "Komm ein bisschen mit nach Italien, komm ein bisschen mit ans blaue Meer. Und wir tun, als ob das Leben eine schöne Reise wär." Das Land, das die meisten UNESCO Weltkulturerbestätten vorzuweisen hat und mit der Region Toskana auch die meisten Kunstschätze, wird dadurch für Millionen zum Focus ihres Urlaubsverlangens in Italien. Den Staub der Trümmer nach dem Krieg abschüttelnd, suchten 9,5 Mio. Bundesbürger im Land, wo die Zitronen blühen, ein bisschen Dolce vita. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Bedurften früher noch deutsche Reisende vom Baedecker-Reiseführer zum Thema Spaghetti einige Tipps: "Bitte legen Sie das Messer weg! Wir wollen nicht auffallen.", sind wir heute als Weltmeister in Sachen Urlaub, wesentlich gewandter, doch was Spaghetti angeht leider immer noch nicht, denn der Löffel gehört beim Italiener nicht dazu. Immer wieder werden wir von Landschaftsbildern der Toskana angezogen, in denen Schafherden durch grüne Wiesen ziehen oder Zypressen als einsame Wächter in der Abendsonne standhaft dem Morgen entgegen sehen. Sinnlichkeit und Emotionen werden, wie in keiner anderen Region Italiens vereint, umrahmt von den verlockenden Versuchungen der italienischen Küche.

Einer der schönsten Sandstrände Europas
Idealer Ausgangspunkt für Ausflüge und Besichtigungen ist Marina di Pietrasanta, in der Nähe von La Spezia, direkt an der Mittelmeerküste gelegen. Die im 8. Jahrhundert gegründete Stadt hat ein interessantes Aussehen, das auf einem symetrischen Schachbrett basiert. Der Dom, die Kirche San Agostino und natürlich der lange Sandstrand, der zu den schönsten in ganz Europa zählt, machen die Stadt zu einem kleinen Juwel.

Michelangelo & Medici
Höhepunkt jeder Toskana Reise ist aber zweifellos Florenz. Eine Entdeckungsreise durch die Zeit und Kunstepochen erwartet den Besucher in der Hauptstadt der Toskana. Die Museen der Stadt sind voll von Kunstwerken Michelangelos, Donatellos, Leonardo da Vincis bis hin zu den Meistern unseres Jahrhunderts. Während der italienischen Renaissance wurden viele Gebäude und Plätze neu erschaffen, die heute eine wahre Fundgrube von Kunstschätzen darstellen, allen voran die Museen in den Uffizien. Mittendrin der Domplatz mit dem Baptisterium und den Toren von Ghiberti, von denen Michelangelo behauptete, sie seien wundervoll genug, um das Tor zum Paradies darzustellen. Brunelleschis riesige Kuppel der Kathedrale kann sowohl vom Boden, vom Glockenturm oder durch Erklimmen von 460 Stufen besichtigt werden. Von der Kuppel aus hat man eine atemberaubende Panoramasicht über die ganze Stadt: nichts für schwache Nerven! Paläste, Kirchen, Plätze und die Medicis. Nirgendwo kann man besser betrachten, wie private und öffentliche Macht ineinander verschmelzen, als in Florenz zu Zeiten der mächtigen Familiendynastie. Nahezu unwirklich scheint die Anhäufung von Kunst in Florenz zu sein. Man kann nur sehen und staunen.

Legendäre Schieflage
Legendär wie Florenz ist natürlich auch Pisa. Der schiefe Glockenturm aus dem Jahre 1173 zieht auch heute noch Millionen Touristen an. Das seit 1987 zum Weltkulturerbe zählende Bauwerk, gehört zu einem Gesamtbild mit der Kathedrale und dem Baptisterium auf der Piazza di Miracoli (Platz der Wunder). Ein echter Beweis, hier gewesen zu sein, sind die unzähligen Miniaturen des Turms, die heute Vitrinen in aller Herren Länder schmücken. Weniger bekannt ist, dass Pisa auch den ältesten Botanischen Garten Europas besitzt und wunderschöne Parks hat, in denen sich nur Thomas Risse Touristen verirren. Arkadengänge und elegante Geschäfte, mit allerlei Leckereien, flankieren die ebenso eindrucksvolle wie einladende Borgo Stretto, die Flaniermeile der Altstadt. Die Haupteinkaufsstraße von Pisa lohnt in jedem Fall einen Besuch, wie auch ein Besuch von Lucca.

Imposanter Mauerbau
Lucca ist eine der wenigen toskanischen Städte, die sich gegen die Medici behaupten konnte. Die alte Stadtmauer ist in eine mit Bäumen bepflanzte Promenade umgewandelt worden. Die verkehrsberuhigte Altstadt hat mit den vielen mittelalterlichen Gebäuden einen besonderen Charme entwickelt. Der toskanische Espresso schmeckt nach einem Bummel über den Flohmarkt besonders gut und echtes italienisches Flair kommt auf. Die Stadt scheint sich durch die Mauer vom Rest der Welt abgeschottet zu haben, um Tradition und Kultur zu bewahren.

Das beste Eis der Welt
San Gimignano gehört zu einem Toskana-Urlaub einfach dazu. Seit 1990 UNESCO Weltkulturerbe, zeichnet sie sich schon von weitem über den Weinbergen mit ihren mittelalterlichen Türmen ab. Von den ehemals 70 Türmen sind allerdings nur noch 15 erhalten. Während Touristen meist durch die gotisch erhaltene Via San Giovanni strömen, geht es im Straßencafé Leon d’ Oro am Brunnenplatz Piazza della Cisterna geruhsamer zu oder Sie genießen das Schokoladeneis von Sergio in der Gelateria di Piazza. Er hat dafür den Weltmeistertitel erhalten. Weltmeisterlich ist natürlich auch der Blick von den Geschlechtertürmen über die Hügellandschaft der Toskana. San Gimignano ist einer der schönsten mittelalterlichen Orte und eines der Glanzlichter der Toskana. Angesichts des geschlossenen, mittelalterlichen Stadtbildes mit Mauerring, Steinhäusern, malerischen Piazze und den Türmen kann man sich das Leben in einer mittelalterlichen, toskanischen Stadt gut vorstellen.

Toskanische Schwalbennester
Dank ihrer Lage haben die fünf kleinen Dörfer der Cinque Terre mit ihren pastellfarbenen Häusern und den verwinkelten Gassen ihren ursprünglichen Charakter bewahren können. Wie Vogelnester kleben Sie an den Felswänden der schroffen Küste. Im Nationalpark Cinque Terre gibt es viele seltene Pflanzen und Tiere, die unter Naturschutz stehen, sowie einen ausgezeichneten Wein und Grappa: Die Krönung jedoch ist der Likörwein "Sciacchetrá" der aus den überreifen Trauben der Region hergestellt wird und ein ausgezeichnetes Mitbringsel ist.

Reiseleiter
Thomas Risse
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